Kategorie: dokka 2026

  • Girls & Gods

    Zuerst dachte ich, dass der Film wahrscheinlich eher langweilig wird, weil er vermutlich nichts Neues für mich erzählen würde. Ich fand ihn dann doch spannend – nicht nur wegen des Visuals am Anfang, sondern wegen den Meinungen im Film.

    Zu Beginn stellt die ukrainische aktivistische Feministin Inna Shevchenko die These aufstellt, dass alle monotheistischen Religionen – also die drei großen bekannten – frauenfeindlich seien. Ich konnte meine Meinung dazu zunächst nicht richtig in Worte fassen. Während des Anschauens, finde ich aber, dass man Religionen nicht pauschal als frauenfeindlich bezeichnen kann. Gerade im linken politischen Spektrum in Deutschland wird oft betont, dass Religionen stark davon abhängen, wie Menschen sie interpretieren. Der religiöse Fanatismus wird eher kritisiert.

    Es gibt beispielsweise Staaten, die sich selbst als islamisch bezeichnen, bei denen aber politische Machthaber ihre eigenen Regeln und Gesetze durchsetzen und diese als Vorwand des Islams darstellen. Meines Wissens ist ja diese Meinung ja mehrheitlich in Deutschland so vertreten.

    Interessant sind die Diskussionen, die einen selber zum Nachdenken anregen und man lernt Neues über die Religionen.

  • Eine Krankheit wie ein Gedicht

    Bei diesem Film ist die Regisseurin Jelena Ilić mit involviert. Als Hauptperson dabei trifft sie ihren Vater, der aufgrund von Körperverletzung in einer Strafanstalt gekommen ist.

    Besonders ist der Film für mich, da die Bindung zwischen dem Vater und ihrer Tochter sehr humorvoll ist. Es ist sehr stimmig zwischen den beiden ist. Ihr Vater ist Maler.

    Der Film zeigt auf, dass psychische Krankheiten nur Krankheiten sind und man nicht unbedingt vollständig auf die Persönlichkeit der Person rückzuführen. Die können halt jeden passieren.

  • Sedimente

    Der Film handelt von einer Enkelin und ihrem Großvater. Er wurde noch in der NS-Zeit geboren und lebte später auch in der DDR.

    Kern des Films ist es, wie er auf diese Zeit zurückblickt – besonders auf seine Zeit in der DDR und seine Verbindung zur Stasi beziehungsweise zum MfS. Er war überzeugter Kommunist und erzählt selbst, dass er vieles damals nicht schlimm fand.

    Allerdings merkt man im Verlauf des Films, dass er Schwierigkeiten hat, bestimmte Dinge klar auszusprechen oder ehrlich einzuordnen. Teilweise wirkt er vergesslich, teilweise auch ausweichend. Man bekommt das Gefühl, dass er seine eigenen Grenzen und seine persönliche Verantwortung nicht wirklich reflektieren möchte oder überhaupt kann.

    Es entsteht der Eindruck, dass er manches verschweigt – vielleicht, weil er denkt, dass es nicht wichtig sei. Trotzdem bekommt man nie eine klare Antwort.

    Er selbst sagt, er habe nur persönliche Einschätzungen oder neutrale Notizen abgegeben, also keine subjektiven Urteile gefällt. Gleichzeitig hätte ihm aber auffallen müssen, dass diese Informationen geheim behandelt und von der Stasi für ihre eigenen Zwecke genutzt wurden – und dass das Konsequenzen für andere Menschen haben konnte.

    Sehr interessant fand ich auch das Ende: Der Großvater fragt seine Enkelin, ob sie an seiner Stelle vielleicht genauso gehandelt hätte. Sie antwortet darauf nicht direkt, sondern schweigt. Später erzählt sie nachdem Ihr Großvater verstorben ist, dass Sie etwas dazu gesagt hätte, aber geschwiegen hat.

    Ich würde ihn so gerne fragen was so seine Gewissensgrenzen sind und was er für Fehler gemacht hat. Insbesondere in der NS-Zeit, wo er erzählt, dass er seinen an der Ostfront verstorbenen Bruder verehrt.

  • Was an Empfindsamkeit bleibt

    Mit einem Zuschauerblick auf die Person, auf die sich die fragenstellende Person auf die Antwort wartet, überzeugt der Film. Darin ist die Fragestelllerin nicht zu sehen. Diese Szenen sind die besten, wo die Protagonistin und Regisseurin neutral und verständnisvoll gegenüber der Person zu sein. Sie möchte verstehen bzw. die Empfindungen der Personen fragen, nach ihrem Mordversuch einer aus Eifersucht handelnden Person – männlich übrigens. 

    Das beste an dem Film sind die Interviews, die von Weitem gefilmt werden. Der Fokus liegt nur an die interviewte Person während die Interviewerin nur von hinten zu sehen ist. Ich wünschte es würde mehrere Interviews geben, weil mir das Format so gefällt. Die Übergänge sind in der Mitte des Films etwas zu lang.