Was mach so macht, nachdem eine Hochzeit ausfällt. Man trifft sich den unterschiedlichsten Leuten und das alles in einem Shot.
Autor: Filmfestbewertungen
-
Death has No master
Bei der Atmosphäre punktet der Film.
Eine Frau erbt ein Haus in Venezuela und versucht es zu verkaufen. Sie hat nicht so gute Erinnerungen, wegen Ihrem Vater. Da angekommen trifft sie die damalige Haushälterin, die dort wohnt. Da beginnt der Konflikt. Die Kamera und Ton spielen mit in die Atmosphäre hinein. Später trifft sie einen Mann, der seinen Vater kennt und auch für ihn gearbeitet hat und möchte für Sie dienen. Unklar ist was er vor hat. Man wünscht sich, dass es mehr Story gibt.
-
Bitteres Fest
Ich find’s gut wie locker was erzählt worden ist. Genauso wie die Dialoge.
Anfangs wird klar, dass es Metaebenen gibt. Die Ebene die beginnt, ist bereits die Erzählung. Bei der zweiten handelt es sich um den Regisseur Raul, der gerade einen neuen Film drehen möchte. Sehr schön dabei ist, wie seine Einflüsse in diese Erzählung einfließen. Besonders an den Zitaten und seinen Erlebnissen und Erinnerungen
Gleichzeitig habe ich in einem Film noch nie gesehen, wie tief das Zwischenmenschliche/die Freundschaft ist. Ich kenne den Regisseur nicht, aber bin definitiv interessiert seine Filme zu sehen.
-
The Dreamed Adventure
Anfangs gut, aber der Mitte abfallend bis zum Ende. Für was, dass der Film hier ist, ist er zu lang. Es beginnt, dass ein Mann namens Said während seiner Reise sein Auto geklaut wird und feststeckt. Dabei trifft er sich mit jemanden Bekannten. Man weiß nicht viel über ihn außer, dass er Geschäftsmann ist und ein Deal haben muss, wo er Diesel/Benzin kaufen muss für seine Tankstelle, was ich erst später im Film mitbekommen habe. Nach einer Zeit wechselt sich die Perspektive auf die Frau, die er kennengelernt hat. Kritisch finde ich diesen Wechsel, weil man mehr über die Protagonistin weiß, als den Mann Said. Alles was danach passiert ist uninteressant. Sie begibt sich in Situationen, die sie eigentlich nicht betreffen (also mit Kriminellen). Man weiß nicht genau wieso sie es macht und man merkt auch keinen innerlichen Struggle bei Ihr. Das ist etwas was gefehlt und und den Film sehr langweilig gemacht. Ich glaub der Regisseur wollte eine Geschichte erzählen, wo die Protagonistin auf Dinge eingeht, die sie in der Vergangenheit gelassen hätte. Es gibt ein Zitat, wo sie sagt, dass sie damals aufgeben für das Richtige hält. Interessanter wäre es warum sie das getan hat und was genau sich bei ihr geändert hat, aber das wird nicht gezeigt. Es ist so wie ein Außenstehender in fremde Sachverhalte sich einmischt.
-
Perfect Blue
Ich war bei dem Kinostart der 4k Fassung des Films dabei. Es soll ja ein guter Psycho-Thriller sein und dies ist er auch. Die Darstellung von Mima als Illusion finde ich sehr gelungen wie auch die Übergänge, besonders wo der Film gedreht wird und die Realität. Ich frage mich bloß, ob es ein Muster zur Erkennung, was Realität ist und was nicht. Bei einer Szene trifft Mima die Schauspielerin und sie sagt, dass Illusionen nicht zur Realität werden können. Das hatte sie schon mal gesagt, als sie für einen Film gedreht haben. Danach wird sie von Me-Mania angegriffen. Das heißt ja eigentlich, dass es Realität ist, aber dann verstehe ich die Worte dieser Schauspielern nicht, weil sie keinen Grund hat, dass so zu sagen.
-
Politik ist persönlich
Thomas Geisel, langjähriger Mitglied in der SPD, beschließt sich in die neue Partei BSW einzutreten. Die Familie, wo er ist, ist lange Jahre in der SPD gewesen. Und man sieht da, wie die Familie sie darum daran damit umgeht, die alle für die SPD sind.
Man sieht, dass die Familie sehr streitbar ist und offen für Gespräche sind. Ich finde die persönliche Note von Indira Geisel schön. Dabei die Dynamik zu sehen und wie Indira Geisel sich entscheidet. Sie möchte ihren Vater unterstützen, aber merkt wie die Familie entzweit bei der SPD. Trotzdem entscheidet Sie sich aus Überzeugung in der SPD zu bleiben, weil sie der Meinung ist, dass man nicht der SPD den Leuten überlassen sollte. Für mich regt das echt zum Nachdenken. Man kann so viel anderer Meinung sein, aber das politische Handeln kann ja eine andere sein. Ich glaube der Film ist ja wegen der Thematik so wichtig, weil es aufzeigt, dass es andere Weisen gibt wie man handeln kann.
-
Roberto Rossellini – Living Without A Script (2025)
Die Person, worüber der Film berichtet, ist der Regisseur namens Roberto Rossellini aus Italien, der – wie man im Film sieht – sehr einflussreich für die Filmgeschichte war.
Bekannt ist er für Filme in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkriegs in Italien. Im Film werden nicht nur seine Werke gezeigt, sondern auch, wie seine Filme zwischen Dokumentation und Fiktion stehen. Er hat Filme gemacht, die er als Dokumentarfilme bezeichnet. Mir wurde zuerst gar nicht ganz klar, dass seine Filme Dokumentarfilme sind, aber nach eine Recherche haben diese ja fiktive Elemente.
Zum Beispiel bei seinem Film über Indien: Dort entschloss er sich, keine klassischen fiktionalen Kinofilme mehr zu machen, wie sie damals üblich waren. Stattdessen wollte er etwas Eigenes schaffen. Das zieht sich auch durch sein Leben.
Der Film selbst stellt ihn mit Fotos und Interviews aus der damaligen Zeit sehr gut dar. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in seine Gedankenwelt und seine Sicht auf Kunst. Er war ein Künstler mit einer ganz eigenen Haltung zur Kunst an sich. Ich schätze, vieles davon war auch ein Produkt seiner Zeit. Heute sind Dokumentationen mit fiktionalen Elementen nichts Neues mehr, aber damals war diese Trennung zwischen Kino, Fernsehen und Dokumentarfilm noch viel stärker.
Wenn er am Leben wäre, würde ich ihn fragen, ob Spielfilme eine Relevanz haben. Seine Filme hatten ja fiktive Elemente und es ist nur eine andere Art der Erzählweise in Filmen. Jetzt ist es ja komplett normal, dass es Dokufiktionen gibt.
-
Girls & Gods
Zuerst dachte ich, dass der Film wahrscheinlich eher langweilig wird, weil er vermutlich nichts Neues für mich erzählen würde. Ich fand ihn dann doch spannend – nicht nur wegen des Visuals am Anfang, sondern wegen den Meinungen im Film.
Zu Beginn stellt die ukrainische aktivistische Feministin Inna Shevchenko die These aufstellt, dass alle monotheistischen Religionen – also die drei großen bekannten – frauenfeindlich seien. Ich konnte meine Meinung dazu zunächst nicht richtig in Worte fassen. Während des Anschauens, finde ich aber, dass man Religionen nicht pauschal als frauenfeindlich bezeichnen kann. Gerade im linken politischen Spektrum in Deutschland wird oft betont, dass Religionen stark davon abhängen, wie Menschen sie interpretieren. Der religiöse Fanatismus wird eher kritisiert.
Es gibt beispielsweise Staaten, die sich selbst als islamisch bezeichnen, bei denen aber politische Machthaber ihre eigenen Regeln und Gesetze durchsetzen und diese als Vorwand des Islams darstellen. Meines Wissens ist ja diese Meinung ja mehrheitlich in Deutschland so vertreten.
Interessant sind die Diskussionen, die einen selber zum Nachdenken anregen und man lernt Neues über die Religionen.
-
Eine Krankheit wie ein Gedicht
Bei diesem Film ist die Regisseurin Jelena Ilić mit involviert. Als Hauptperson dabei trifft sie ihren Vater, der aufgrund von Körperverletzung in einer Strafanstalt gekommen ist.
Besonders ist der Film für mich, da die Bindung zwischen dem Vater und ihrer Tochter sehr humorvoll ist. Es ist sehr stimmig zwischen den beiden ist. Ihr Vater ist Maler.
Der Film zeigt auf, dass psychische Krankheiten nur Krankheiten sind und man nicht unbedingt vollständig auf die Persönlichkeit der Person rückzuführen. Die können halt jeden passieren.
-
Sedimente
Der Film handelt von einer Enkelin und ihrem Großvater. Er wurde noch in der NS-Zeit geboren und lebte später auch in der DDR.
Kern des Films ist es, wie er auf diese Zeit zurückblickt – besonders auf seine Zeit in der DDR und seine Verbindung zur Stasi beziehungsweise zum MfS. Er war überzeugter Kommunist und erzählt selbst, dass er vieles damals nicht schlimm fand.
Allerdings merkt man im Verlauf des Films, dass er Schwierigkeiten hat, bestimmte Dinge klar auszusprechen oder ehrlich einzuordnen. Teilweise wirkt er vergesslich, teilweise auch ausweichend. Man bekommt das Gefühl, dass er seine eigenen Grenzen und seine persönliche Verantwortung nicht wirklich reflektieren möchte oder überhaupt kann.
Es entsteht der Eindruck, dass er manches verschweigt – vielleicht, weil er denkt, dass es nicht wichtig sei. Trotzdem bekommt man nie eine klare Antwort.
Er selbst sagt, er habe nur persönliche Einschätzungen oder neutrale Notizen abgegeben, also keine subjektiven Urteile gefällt. Gleichzeitig hätte ihm aber auffallen müssen, dass diese Informationen geheim behandelt und von der Stasi für ihre eigenen Zwecke genutzt wurden – und dass das Konsequenzen für andere Menschen haben konnte.
Sehr interessant fand ich auch das Ende: Der Großvater fragt seine Enkelin, ob sie an seiner Stelle vielleicht genauso gehandelt hätte. Sie antwortet darauf nicht direkt, sondern schweigt. Später erzählt sie nachdem Ihr Großvater verstorben ist, dass Sie etwas dazu gesagt hätte, aber geschwiegen hat.
Ich würde ihn so gerne fragen was so seine Gewissensgrenzen sind und was er für Fehler gemacht hat. Insbesondere in der NS-Zeit, wo er erzählt, dass er seinen an der Ostfront verstorbenen Bruder verehrt.